Japan-Reise,
Tag 1 und 2

Mitternachtsramen und erste Eindrücke aus Asakusa

Nach einer langen Anreise beginnt Kevens kulinarische Reise durch Japan dort, wo Tradition, Großstadttrubel und unzählige kleine Garküchen unmittelbar aufeinandertreffen: im Tokioter Stadtteil Asakusa.

Zwischen nächtlichen Ramen, Tempeln und den ersten japanischen Süßigkeiten zeigt sich schon nach wenigen Stunden, weshalb Japan im vergangenen Jahr die Abstimmung unserer Community gewonnen hat.

Ankommen in Tokio

Bevor ich Japan wirklich betreten konnte, warteten am Flughafen erst einmal mehrere Kontrollen auf mich. Personenkontrolle, Fingerabdrücke, Gepäckkontrolle: Nach der langen Reise dauerte es noch eine Weile, bis ich schließlich im Zug saß und mich auf den Weg nach Asakusa machen konnte.

Rund 50 Minuten später erreichte ich meine erste Unterkunft. Das Zimmer war genau so, wie man sich ein Hotelzimmer in Tokio vielleicht vorstellt: klein, gemütlich, sehr ordentlich und sauber. Dafür lag es ziemlich weit oben und bot mir einen ersten Blick über die Dächer der riesigen Stadt.

Nach zwei wohlverdienten Bieren, einer Dusche und dem Auspacken meiner Sachen hätte ich mich eigentlich direkt schlafen legen können. Aber wer zum ersten Mal in Japan ist und mitten in der Nacht in Tokio ankommt, kann unmöglich ins Bett gehen, ohne vorher etwas zu essen.

Also begann meine Reise mit einer wichtigen Mission: Ich wollte die besten Ramen finden, die Asakusa zu dieser Uhrzeit zu bieten hatte.

Die ersten Ramen in Japan

Nach etwas Recherche und einem nächtlichen Spaziergang durch die Straßen fand ich einen kleinen Ramenladen, der genau richtig aussah. Und tatsächlich bekam ich dort nicht nur meine ersten Ramen in Japan, sondern vermutlich auch die besten, die ich bisher überhaupt gegessen habe.

Die Basis bildete eine kräftige Hühnerbrühe. Dazu kamen Nudeln, Schweinefleisch, ein gekochtes Ei, Algen, Bambussprossen und etwas Pak Choi. Eigentlich eine überschaubare Kombination. Aber genau darin lag ihre Stärke: eine intensive Brühe, unterschiedliche Texturen und ein Geschmack, der gleichzeitig herzhaft, wärmend und erstaunlich ausgewogen war.

Mitten in der Nacht, nach dem Flug und der langen Anreise, hätte es kaum etwas Besseres geben können. Wenn gleich die erste Schüssel Ramen solche Maßstäbe setzt, kann diese Reise kulinarisch eigentlich nur gut werden.

Danach ging es zurück ins Hotel. Viel Schlaf blieb mir allerdings nicht.

Der erste Morgen in Asakusa

Nach ungefähr fünf Stunden war ich bereits gegen 7:30 Uhr wieder wach. Nach einer Dusche und ein paar ruhigen Minuten auf dem Balkon machte ich mich kurz nach neun auf den Weg.

Mein erstes Ziel war die historische Tempelanlage Sensō-ji mit dem benachbarten Asakusa-Schrein. Zunächst ließ ich mich jedoch etwas durch die Umgebung treiben, schaute mir die kleinen Geschäfte an und beobachtete, wie der Stadtteil langsam immer lebendiger wurde.

Bevor es zum Tempel ging, legte ich eine Pause in einem Café ein. Bei Kaffee und einem kleinen Sandwich arbeitete ich ungefähr anderthalb Stunden am Laptop und plante die nächsten Etappen meiner Reise. Schließlich bin ich nicht nur hier, um Japan zu entdecken. Ich möchte möglichst viele authentische Gerichte, Zubereitungsweisen und Ideen kennenlernen, aus denen unsere neuen Japanisch-Kochkurse entstehen.

Welche Eindrücke am Ende tatsächlich auf dem Kursmenü landen, weiß ich selbst noch nicht. Genau das macht diese Reise so spannend.

Zwischen Tempeln, Gärten und Gebeten

Anschließend ging es endlich zur Tempelanlage. Der Sensō-ji zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Tokios, entsprechend lebhaft war es dort bereits. Trotzdem findet man rund um die Anlage immer wieder ruhigere Bereiche, schöne Gärten und Orte, an denen Menschen beten oder für einen Moment innehalten.

Am frühen Morgen hielt ich mich zunächst etwas abseits des größten Trubels und erkundete die äußeren Bereiche. Später führte mein Weg dann doch mitten hinein in die belebten Straßen rund um den Tempel.

Man muss diesen Ort auf jeden Fall einmal gesehen haben. Die traditionelle Architektur, der Duft von Räucherwerk, die vielen kleinen Geschäfte und die Menschenmenge bilden einen starken Kontrast zu den stilleren Momenten am Rand der Anlage.

Der erste japanische Straßensnack

Natürlich dauerte es nicht lange, bis ich auch die erste Spezialität probieren musste: frittierte Age-Manjū. Das sind kleine, außen knusprige und innen weiche Teiggebäcke mit süßer Füllung.

Ich probierte zwei Varianten, eine mit Süßkartoffel und eine mit süßer Zucchinipaste. Beide waren frisch, warm und richtig lecker. Außen knusprig, innen weich und angenehm süß. Ein einfacher Snack, aber genau die Art von Essen, nach der ich auf dieser Reise suche: regional verwurzelt, unkompliziert und trotzdem voller Charakter.

Während ich anschließend durch das touristische Zentrum von Asakusa zurück in Richtung Unterkunft lief, schaute ich mir zwar noch viele weitere Läden an, kaufte dort aber zunächst nichts. In den besonders belebten Straßen zahlt man schließlich häufig auch die Lage mit.

Viel spannender fand ich einen etwas abgelegenen Laden, den ich zuvor entdeckt hatte. Dort sollte es frittierten Fisch mit Reis und Suppe für umgerechnet gerade einmal 5,40 Euro geben. Das klang nach einem ziemlich guten Kandidaten für mein erstes richtiges Mittagessen in Tokio.